
JAA: Das ZHAW-Finalisten-Team im Interview
Das ZHAW-Team spricht über Emotionen, Storytelling und die Kraft starker Markenerlebnisse.
Giovanni Cutullè, Julia Hostettler, Demian Anthamatten und Natasha Hubert vertreten die ZHAW an der Junior Agency Award Night 2026. Im Interview erzählen sie, weshalb Emotionen und Storytelling im Zentrum ihres Pitches stehen und wie aus Strategie, Theorie und Agentur-Coachings ein Konzept entstand, das Menschen nicht nur erreichen, sondern berühren soll.
Die ZHAW konnte in der Vergangenheit bereits Publikumspreise gewinnen. Wie wichtig ist euch die Wirkung eurer Idee auf das Publikum?
Für uns ist das wahrscheinlich das Wichtigste überhaupt. Wir machen diese Kampagne nicht einfach für Zweifel als Marke, sondern für die Menschen, die mit dieser Marke aufgewachsen sind. Zweifel ist in der Schweiz so emotional verankert, dass es längst nicht mehr nur um Chips geht. Es geht um gemeinsame Momente und Erinnerungen.
Genau das wollten wir treffen. Nicht einfach nur sichtbar machen, sondern spürbar machen. Wenn Menschen unsere Idee sehen und sofort an einen Moment mit Freunden, Familie oder Kindheit denken müssen, dann haben wir etwas richtig gemacht.
Klar freut man sich über Juryfeedback. Aber das Publikum ist am Ende die raison d’être der Marke. Wenn die Menschen nichts fühlen, bleibt es einfach Werbung. Und genau das wollten wir nie machen.
Welche Rolle spielt Storytelling in eurem Pitch?
Storytelling IST unser Pitch.
Niemand verliebt sich in eine Marke wegen einer Liste von Fakten oder weil irgendwo steht, wie viele Gramm drin sind. Menschen erinnern sich an Gefühle. An Situationen. An Geschichten. Genau deshalb war für uns von Anfang an klar: Wir wollen keinen Pitch machen, der sich wie eine Vorlesung anfühlt.
Wir wollten etwas erschaffen, das einen mitnimmt. Etwas, bei dem man automatisch weiter zuhören will. Wie bei einem guten Film, wo man komplett drin ist und wissen muss, wie es endet.
Und das Spannende ist: Jeder verbindet mit einer Marke wie Zweifel etwas anderes. Genau diese verschiedenen Perspektiven und Emotionen machen Storytelling so stark.
Was habt ihr aus dem Coaching mit der Agentur über überzeugende Präsentationen gelernt?
Dass Menschen nicht wegen Zahlen hängen bleiben, sondern wegen Emotionen.
Natürlich braucht es Strategie, Daten und Logik. Aber niemand sitzt am Ende da und denkt: «Wow, diese Excel-Tabelle hat mich tief berührt.» Was wirklich hängen bleibt, ist eine Geschichte. Eine Energie. Ein Gefühl.
Die Agentur hat uns extrem gezeigt, wie wichtig Spannung und Dynamik in einem Pitch sind. Dass man das Publikum emotional mitziehen muss. Dass eine Präsentation nicht einfach Information transportiert, sondern ein Erlebnis werden kann.
Und wir glauben genau dort entsteht der Unterschied zwischen «gute Präsentation» und «man spürt richtig, dass diese Menschen für ihre Idee brennen». Wenn man selbst Feuer und Flamme ist, überträgt sich das auf den Raum.
Wie erlebt ihr den Wettbewerb zwischen den Hochschulen?
Unglaublich motivierend ehrlich gesagt. Natürlich spürt man den Druck. Aber genau dieser Druck macht etwas mit der Kreativität. Man merkt plötzlich: Okay, wir müssen weiterdenken. Mutiger denken. Verrückter denken.
Man sucht ständig nach diesem non-obvious Twist. Nach etwas, das nicht einfach nur clever ist, sondern wirklich überrascht.
Und genau das macht den Wettbewerb so spannend. Alle bringen starke Ideen mit, aber man pusht sich gegenseitig automatisch dazu, nochmals eine Ebene weiterzugehen. Das ist intensiv, aber genau dort entstehen meistens die besten Ideen.
Wie haben sich das Wissen aus eurem Studium und die Zusammenarbeit mit den Agentur-Coaches gegenseitig ergänzt?
Das Studium gibt uns das Fundament. Die ganze strategische Denke, Recherche, Marktanalyse, all diese Werkzeuge sind unglaublich wichtig. Ohne das fehlt der Idee die Tiefe.
Aber die Agentur-Coaches haben uns gezeigt, wie man aus all diesen Insights etwas macht, das wirklich lebt. Etwas, das nicht nur «korrekt» ist, sondern Begeisterung auslöst.
Und genau das war wahrscheinlich das Spannendste am ganzen Prozess: Zu merken, dass die Magie genau dort entsteht, wo Theorie und Realität aufeinandertreffen. Wo Strategie plötzlich Emotion wird. Wo aus Analyse plötzlich etwas wird, das Menschen wirklich fühlen können.

