Wer gut führt, gewinnt die besten Talente

Raphael Bühler über faire Führung, hartnäckige Klischees und warum gute Arbeitgeber erfolgreicher sind.

Was macht eine Agentur zur attraktiven Arbeitgeberin und was hält die Branche davon ab, ihr volles Potenzial auszuschöpfen? Raphael Bühler, CEO & Partner bei Bühler & Bühler AG und Mitglied der LSA-Arbeitsgruppe «Arbeitgebermarke & Talente», gibt Einblick. Im Rahmen dieser Serie stellen wir alle Mitglieder der Arbeitsgruppe mit einem Kurzinterview vor.

22.07.2026

Wie lange bist du schon in der Branche unterwegs?

Ich bin jetzt genau seit 25 Jahren auf Agenturseite. In der Kommunikation seit fast 30 Jahren.

Wie bist du in die Branche eingestiegen?

Meine ersten Schritte in der Kommunikation habe ich in der Musikbranche 1997 gemacht – bei Sony Music Switzerland war ich für die Medienarbeit rund um unsere Künstler:innen und Neuerscheinungen zuständig. 2001 wechselte ich in eine PR-Agentur, wo ich trotz oder dank zwei Firmenzusammenführungen bis 2011 blieb. Bevor ich mich 2013 mit Doris Bühler selbständig machte, arbeitete ich noch zwei Jahre als Senior Consultant bei einer führenden Agentur für Corporate Publishing. Nun führe ich Bühler & Bühler seit 13 Jahren als CEO und Mitinhaber.

Was hat dich persönlich motiviert, dich in der Arbeitsgruppe «Arbeitgebermarke & Talente» zu engagieren?

Wir sind als Agentur nicht nur Mitglied bei LEADING SWISS AGENCIES, um vom Renommée und sonstigen Vorzügen zu profitieren. Wir wollen mithelfen, die Branche weiterzubringen. Arbeitsgruppen bieten die Hebel, um wichtige Entwicklungen für Agenturen direkt zu lenken. Das Thema Arbeitgebermarke & Talente ist heute wichtiger denn je. Früher wollten junge Leute ohnehin in Agenturen arbeiten – und wurden leider oft ausgenutzt. Diese Zeiten sind vorbei. Als ich mich 2013 mit der eigenen Agentur selbständig gemacht habe, erstellte ich eine Liste mit Punkten, die ich besser machen wollte als meine bisherigen Vorgesetzten. Das ziehe ich bis heute durch. Wir wollen primär ein guter Arbeitgeber sein, dann kommt der Erfolg meist von allein. Was ein guter Arbeitgeber ausmacht, muss ich jedoch immer wieder neu kalibrieren. Für mich und gemeinsam mit dem Team.

Welche Herausforderungen siehst du aktuell für Agenturen im Bereich Arbeitgeberattraktivität und Talententwicklung?

Ich stelle bei Einstellungsgesprächen noch immer ein festgefahrenes Bild von Agenturen bei den Bewerbenden fest: «Auf Agenturen arbeitest du 7x24, immer Stress, tiefes Gehalt.» Stimmt das? Ich kann nur für uns reden, bei Bühler & Bühler trifft das definitiv nicht zu. Wir wollen den Menschen eine gute Grundlage bieten, damit wir gemeinsam grosse Ziele erreichen können. Dazu gehören nebst fairer Bezahlung und angenehmen Arbeitszeiten auch Wertschätzung, die Möglichkeit für persönliche Weiterentwicklung und ein empathisches Miteinander. Das trifft mitnichten nur auf die GenZ zu, das Bedürfnis haben alle Arbeitnehmenden. Und dies gilt es, strategisch zu verankern und auch zu leben. Diese Punkte tragen wir derzeit zusammen und arbeiten in der Gruppe an einem Leitfaden oder an einer Veranstaltungsreihe.

Welche konkreten Veränderungen möchtest du mit der Arbeitsgruppe in der Branche anstossen?

Ich möchte das Bewusstsein in der Schweizer Agenturwelt auf die erwähnten Punkte hingehend mitprägen. Wir müssen uns weiterentwickeln, um die besten Leute auf dem Markt für unsere grossartige Branche zu gewinnen. Denn sie alleine machen den Erfolg einer Agentur aus. Unser Fokus gilt jedoch meist dem Gewinnen neuer Mandate und aktuell der KI und Effizienz. Aber wir brauchen mehr denn je motivierte, gute ausgebildete Menschen.

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