JAA: Die FHNW setzt auf Erfahrung und neue Perspektiven

Die FHNW spricht über Learnings, Agentur-Coachings und die Herausforderung, echte Markenerlebnisse zu schaffen.

Die FHNW ist zum zweiten Mal beim LSA-Junior Agency Award dabei. Im Interview erklären Aldo Gnocchi und Anna Rozumowski, welche Learnings aus dem Vorjahr in die Vorbereitung einfliessen, weshalb die Zusammenarbeit mit den Agentur-Coaches intensiver geworden ist und warum die diesjährige Aufgabe rund um Snacketti neue Denkansätze verlangt.

20.05.2026

Die FHNW ist zum zweiten Mal beim LSA-Junior Agency Award dabei. Was hat sich seit der ersten Teilnahme verändert?

Seit der ersten Teilnahme hat sich vor allem die Dynamik im Modul verändert. Das Interesse ist spürbar gestiegen. Gleichzeitig ist mit der aktuellen Aufgabenstellung von Zweifel und den Snacketti-Produkten ein weiterer sehr spannender Case dazugekommen. Dabei geht es nicht um klassische Produktvermarktung, sondern um die Entwicklung einer Jubiläumskampagne mit generationenübergreifendem Erlebnischarakter und einem klaren Offline-Element. Genau das macht die Aufgabe für unsere Studierenden besonders interessant. Viele gehören zur Generation Z und erleben hier, dass es nicht nur um digitales Marketing oder Social-Media-Kampagnen geht, sondern darum, ein echtes Markenerlebnis zu definieren und strategisch zu gestalten.

Welche Learnings aus dem letzten Jahr fliessen konkret in die Vorbereitung ein?

Aus der letztjährigen Durchführung konnten wir wichtige Erkenntnisse mitnehmen. Wir achten heute noch stärker darauf, dass die Studierenden von Anfang an ein vertieftes Verständnis des Auftrags und des Kundenbriefings haben. Gleichzeitig haben wir im letzten Jahr sehr genau beobachtet, wie die Pitches vor der Jury ablaufen. Gerade beim Finale in Zürich konnten wir sehen, wie unterschiedlich die Pitch-Präsentationen der Hochschulen inszeniert wurden. Diese Learnings geben wir unseren Studierenden gezielt weiter. Das hilft uns in der zweiten Durchführung des Moduls dabei, die Teams noch fokussierter auf Dramaturgie, Argumentation und die Inszenierung ihres Auftritts vorzubereiten.

Wo seht ihr den grössten Entwicklungsschritt eurer Studierenden im Vergleich zum Vorjahr?

Zu Beginn des Moduls haben wir uns bewusst dafür entschieden, die Teams heterogen zusammenzustellen. Unser Ziel war es, unterschiedliche Perspektiven, Stärken und Persönlichkeiten zusammenzubringen. Dadurch werden Ideen vielfältiger, reflektierter und aus verschiedenen Blickwinkeln diskutiert.

Nutzt ihr die Zusammenarbeit mit den Agentur-Coaches gezielter als beim ersten Mal?

Die Zusammenarbeit mit den Agentur-Coaches wurde bereits bei der ersten Durchführung aktiv genutzt. Dieses Jahr fällt uns aber noch stärker auf, wie hoch die Erwartungen der Studierenden an die Agenturen sind und wie viel sie auch einfordern. Das zeigt, wie motiviert sie sind, die bestmöglichen Vorschläge zu entwickeln. Gleichzeitig wird deutlich, wie wichtig ihnen der finale Pitch ist und wie ernst sie den Wettbewerb nehmen. Diese Haltung ist sehr wertvoll, weil sie die Intensität und Verbindlichkeit in der Zusammenarbeit erhöht.

Welche Rolle spielt Erfahrung im Vergleich zu frischem Blick und Unvoreingenommenheit?

Je nach Phase ist beides entscheidend. Am Anfang geht es darum, ohne Scheuklappen möglichst viele Ideen zu generieren und offen zu denken. Danach müssen diese Ideen im Hinblick auf die Aufgabenstellung geprüft, geschärft und weiterentwickelt werden. Genau dort kommt Erfahrung ins Spiel. In den Coaching-Sessions versuchen wir, unsere Studierenden auf die richtige Fährte zu führen, ihnen Orientierung zu geben und sie zu coachen, ohne zu stark in ihre kreative Eigenständigkeit einzugreifen. Die Kombination aus Erfahrung, frischem Blick und Unvoreingenommenheit ist aus unserer Sicht die Grundlage für starke Ideen. Die Heterogenität der Teams fördert zusätzlich die Perspektivenvielfalt und die kritische Reflexion.

Wie schätzt ihr eure Chancen im Wettbewerb mit etablierten Hochschulen ein?

Wir sehen bei unseren Studierenden gute Chancen im Wettbewerb. Es ist spannend und bereichernd, dass inzwischen mehr Hochschulen am Junior Agency Award teilnehmen. Das führt zu starken Ergebnissen und liefert gerade beim finalen Pitch zusätzliche Inspiration und wertvolle Anregungen. Wir begrüssen diesen Wettbewerb mit etablierten Hochschulen. Gleichzeitig sind wir überzeugt, dass unsere Studierenden starke Inhalte entwickeln und reale Chancen haben, sich in diesem Umfeld erfolgreich zu behaupten und den Wettbewerb zu gewinnen.

Was machen eure Teams heute anders als noch bei der ersten Teilnahme?

Die Teams haben heute ein noch besseres Verständnis dafür, wie sie die Arbeit entlang ihrer Stärken aufteilen und sich effizient organisieren können. Projektmanagement spielt eine grössere Rolle und die Studierenden gehen proaktiv auf Agentur-Coaches und auf uns als Dozierende zu, um Feedback einzuholen.

Welche Herausforderungen seht ihr aktuell im Wettbewerb?

Die grösste Herausforderung liegt darin, dass es diesmal nicht darum geht, ein Produkt klassisch zu bewerben oder ein reines Performance-Ziel zu erreichen. Gefordert ist vielmehr, eine etablierte Marke in ein generationenübergreifendes Markenerlebnis zu überführen, das einen starken Offline-Charakter mitbringt. Genau darin liegt die Komplexität der Aufgabe. Es braucht neue Denkansätze, ein gutes Gespür für Zielgruppen und die Fähigkeit, aus einer Marke ein Erlebnis zu machen, das relevant, glaubwürdig und aktivierend ist.

Wie motiviert ihr eure Studierenden, über sich hinauszuwachsen?

Wir arbeiten mit ehrlichem, direktem und konstruktivem Feedback. Dabei bringen wir konsequent die Perspektive der Jury und der Auftraggeberschaft ein. In regelmässigen Coachings fordern wir die Teams, geben aber gleichzeitig Orientierung und Sicherheit. Dieses Zusammenspiel hat sich bereits in der ersten Durchführung bewährt und ist für uns ein zentraler Hebel, um die Studierenden zu Höchstleistungen zu motivieren.

Was wäre für euch ein klares Zeichen, dass sich die erneute Teilnahme gelohnt hat?

Ein klares Zeichen ist für uns, wenn die Studierenden an einem realen Case wachsen und den Praxisbezug als echten Mehrwert erleben. Wenn die Studierenden Spass hatten, das Modul weiterempfehlen, stolz auf ihre Arbeit zurückblicken und eine realitätsnahe Agenturerfahrung mitnehmen, dann hat sich die Teilnahme auf jeden Fall gelohnt.

Impressionen

No items found.

newsletter

News, Events und Wissenswertes von LSA und aus der Kommunikations-branche.

Danke für die Anmeldung.
Leider hat's nicht geklappt. Versuche es später nochmals oder melde dich bei uns.